Verwahrloste Wohnung (Archiv)

Mehr als vier Prozent aller Wohnungen sind unbewohnt

Laut den neuesten Ergebnissen des Zensus 2022 stehen bundesweit etwa 1,9 Millionen Wohnungen in Deutschland . Das entspricht einer Leerstandsquote von 4,3 Prozent, wie die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder am Donnerstag berichteten. Bemerkenswert ist, dass über die Hälfte der leerstehenden Wohnungen seit mindestens einem Jahr ungenutzt sind, so Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes (Destatis).

Verfügbarkeit Leerstehender Wohnungen

Von den leerstehenden Wohnungen sind rund 38 Prozent innerhalb der nächsten drei Monate bezugsfertig. Das entspricht etwa 700.000 Wohnungen. Interessanterweise gibt es signifikante regionale Unterschiede: Während in und rund jede dritte leerstehende Wohnung bald verfügbar ist, stehen in und fast zwei Drittel der leeren Wohnungen länger als ein Jahr leer.

Einfluss des Baujahrs

Die Daten zeigen, dass ältere Wohnungen häufiger langfristig leer stehen. Von den Wohnungen, die vor 1919 gebaut wurden, stehen rund 66 Prozent seit mindestens einem Jahr leer. Bei den neuesten Wohnungen (Baujahr nach 2015) beträgt dieser Anteil rund ein Drittel (34 Prozent).

Kurze Leerstandsperioden

Bundesweit steht jede fünfte leerstehende Wohnung (20 Prozent) weniger als drei Monate leer. Regional gibt es auch hier erhebliche Unterschiede: In Berlin beträgt dieser Anteil 41 Prozent, während es in -Anhalt und Thüringen nur 13 Prozent sind.

Sofortige Verfügbarkeit

Nur ein Drittel (38 Prozent) aller leeren Wohnungen, unabhängig von der Dauer des Leerstands, sind sofort beziehbar. Stadtstaaten wie Hamburg (52 Prozent), (54 Prozent) und Berlin (61 Prozent) weisen dabei höchste Quoten auf. Ältere Wohnungen sind seltener sofort vermietbar – nur 28 Prozent der vor 1919 gebauten Wohnungen sind direkt verfügbar, während es bei Gebäuden ab 2016 60 Prozent sind.

Baumaßnahmen als Leerstandsgrund

Für fast ein Viertel der leerstehenden Wohnungen (24 Prozent) sind Baumaßnahmen oder Sanierungen verantwortlich. Dies variiert regional: In Bremen betreffen Baumaßnahmen 19 Prozent, in Thüringen 27 Prozent der leer stehenden Wohnungen. Bei Gebäuden vor 1919 sind 30 Prozent der Leerstände baubedingt, bei neueren Gebäuden (2010-2015) sind es nur 14 Prozent. Geplante Abrisse machen lediglich vier Prozent der Leerstände aus, sieben Prozent in Hamburg und gut ein Prozent in Bremen.

Originalnachricht:

Über vier Prozent aller Wohnungen stehen leer

() – Bundesweit haben zum Stichtag 15. Mai 2022 rund 1,9 Millionen Wohnungen in Deutschland leer gestanden. Wie die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder am Donnerstag nach den Ergebnissen des Zensus 2022 weiter mitteilten, entspricht das einer Leerstandsquote von 4,3 Prozent.

“Von allen leer stehenden Wohnungen stehen über die Hälfte seit mindestens einem Jahr leer”, sagte Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes (Destatis). “Etwas mehr als ein Drittel aller leer stehenden Wohnungen waren innerhalb der nächsten drei Monate zum Bezug verfügbar.” Das entspricht etwa 700.000 Wohnungen (38 Prozent aller leer stehenden Wohnungen).

Bei älteren Wohnungen mit Baujahr vor 1919 stehen zwei Drittel (66 Prozent) der leer stehenden Wohnungen seit mindestens einem Jahr leer. Unter den neuesten Wohnungen mit Baujahr nach 2015 sind es gut ein Drittel (34 Prozent). In Hamburg und Berlin steht etwa jede dritte (35 beziehungsweise 29 Prozent), in Sachsen-Anhalt und Thüringen jeweils fast zwei Drittel (64 beziehungsweise 68 Prozent) der leer stehenden Wohnungen zwölf oder mehr Monate leer.

Jede fünfte nicht bewohnte Wohnung (20 Prozent) steht weniger als drei Monate leer. Dabei unterscheidet sich der Anteil von “kurzem Leerstand” deutlich zwischen den Regionen: in Berlin sind es 41 Prozent, in Sachsen-Anhalt und Thüringen 13 Prozent.

Bundesweit waren von allen leer stehenden Wohnungen nur etwas mehr als ein Drittel (38 Prozent) innerhalb der nächsten drei Monate für einen Bezug verfügbar, unabhängig davon, wie lange die Wohnungen schon leer stehen, so die Statistiker weiter. In den Stadtstaaten Hamburg (52 Prozent), Bremen (54 Prozent) und Berlin (61 Prozent) ist dieser Anteil deutlich höher. Je älter eine leer stehende Wohnung ist, desto seltener ist sie sofort wieder vermietbar: Der Anteil der für den Bezug verfügbaren Wohnungen in den ältesten Gebäuden mit Baujahr vor 1919 ist mit 28 Prozent deutlich geringer als in den neuesten Gebäuden mit Baujahr ab 2016 (60 Prozent).

Für fast jede vierte leer stehende Wohnung (24 Prozent) waren Baumaßnahmen oder Sanierungen vorgesehen oder fanden zum Zeitpunkt der Erhebung statt. Baumaßnahmen werden unterschiedlich häufig als Grund für Leerstand genannt: in Bremen in 19 Prozent und in Thüringen in 27 Prozent der Fälle. Leerstände in Gebäuden von vor 1919 sind mit 30 Prozent stärker auf geplante Baumaßnahmen zurückzuführen als Leerstände in Gebäuden mit Baujahr 2010 bis 2015 mit 14 Prozent. Geplante Abrisse von leer stehenden Wohnungen machen bundesweit nur etwa vier Prozent aus, sieben Prozent in Hamburg und nur gut ein Prozent in Bremen.

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