Impfampulle von Moderna (Archiv)

Moderna geht davon aus, dass das Coronavirus zu einem langfristigen Problem wird

Der CEO des US-Impfstoffherstellers Moderna, Stéphane Bancel, sieht das Coronavirus als eine dauerhafte Herausforderung an. In einem Interview mit dem "Spiegel" betonte Bancel, dass das Virus nie vollständig verschwinden wird: "Das Coronavirus zirkuliert nun für immer unter uns. Wir werden die Impfung immer wieder auffrischen müssen."

Fortlaufende Mutationen und jährliche Impfungen

Ähnlich wie bei Influenzaviren, die ständig mutieren, wird es laut Bancel notwendig sein, jedes Jahr neue Impfungen gegen das Coronavirus zu entwickeln. Seit Oktober sind allein in Deutschland 116.000 Menschen mit Covid-19 ins Krankenhaus gekommen und etwa 7.200 Menschen sind an oder mit dem Virus gestorben. Bancel betont zudem, dass Long Covid nicht vergessen werden sollte. Er selbst, obwohl relativ jung und ohne schwere Vorerkrankungen, lässt sich jedes Jahr im September boostern, da er die schrecklichen Auswirkungen der Krankheit bei Betroffenen gesehen hat.

Neuentwicklung eines Kombinationsimpfstoffs

Moderna arbeitet momentan an einem kombinierten Impfstoff, der sowohl gegen Covid-19 als auch gegen Grippe wirken soll. Dennoch zeigen Umfragen, dass weniger als ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland bereit ist, sich nochmals gegen Covid-19 impfen zu lassen. Auch die allgemeine Impfbereitschaft scheint im Rückgang begriffen zu sein.

Sorge um Impfmüdigkeit und Desinformation

Diese wachsende Impfmüdigkeit bereitet Bancel erhebliche Sorgen. Er kritisiert, dass die Verbreitung von Desinformationen in sozialen Medien die Bereitschaft der Menschen, sich impfen zu lassen, negativ beeinflusst: "Es ist traurig, wie viele Mythen und Falschaussagen dort über das Impfen verbreitet werden." Bancel fordert daher eine ernsthafte Diskussion darüber, ob alles, was in sozialen Netzwerken verbreitet wird, auch wirklich verbreitet werden darf – insbesondere, wenn es sich um falsche Informationen handelt.

Abschließend betont Bancel die Bedeutung schneller Impfstoffentwicklungen und -verfügbarkeit. "Ich will mir nicht vorstellen, wie die Welt aussehen würde, wenn die Menschheit noch jahrelang auf Impfstoffe hätte warten müssen, wenn es noch mehr Lockdowns und Schulschließungen gegeben hätte." Die Rolle von Impfstoffen in der Bekämpfung der Pandemie ist seiner Meinung nach unermesslich wichtig.

Originalnachricht:

Moderna hält Coronavirus für dauerhaftes Problem

Cambridge () – Der Chef des US-Impfstoffherstellers Moderna, Stéphane Bancel, hält das Coronavirus für ein Problem, das nie mehr verschwinden wird. “Ich weiß, viele Menschen sind covidmüde, sie wollen nichts mehr davon hören”, sagte Bancel dem “Spiegel”. “Aber das Coronavirus zirkuliert nun für immer unter uns. Wir werden die Impfung immer wieder auffrischen müssen.”

Ähnlich wie Influenzaviren mutiere das Coronavirus ständig, so Bancel. “Darum braucht man auch jedes Jahr eine neue Impfung.” Allein seit Oktober seien in Deutschland 116.000 Menschen mit Covid-19 ins Krankenhaus gekommen und etwa 7.200 Menschen an oder mit dem Virus gestorben. “Und wir sollten Long Covid nicht vergessen.”

Er selbst sei mit seinen 51 Jahren nicht besonders alt und habe keine schweren Vorerkrankungen, sagte der Franzose Bancel: “Aber ich habe Bilder der Gehirne und Lungen von Menschen mit Long Covid gesehen. Und ich kenne Betroffene, die nach der Infektion monatelang schlapp und kurzatmig waren, die sich nicht mehr konzentrieren können. Ich lasse mich jedes Jahr im September boostern.”

Moderna entwickelt gerade einen kombinierten Impfstoff gegen Covid-19 und die Grippe. Laut Umfragen würde sich allerdings nicht einmal jede dritte erwachsene Person in Deutschland noch einmal gegen Covid-19 impfen lassen wollen; zudem ist laut einer Umfrage die Zahl der Menschen gesunken, die Impfen klar befürworten.

Bancel sagte, dies mache ihm Sorgen. “Ich will mir nicht vorstellen, wie die Welt aussehen würde, wenn die Menschheit noch jahrelang auf Impfstoffe hätte warten müssen, wenn es noch mehr Lockdowns und Schulschließungen gegeben hätte.” Die Impfmüdigkeit sei auch ein Resultat von Desinformationen in sozialen Medien. “Es ist traurig, wie viele Mythen und Falschaussagen dort über das Impfen verbreitet werden. Wir müssen uns fragen: Sollte in sozialen Netzwerken alles verbreitet werden dürfen, auch wenn es falsch ist.”

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
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